Ein besonders weiches Schaf - "Anchoreve" Handmade Beanies aus Düsseldorf

Ein besonders weiches Schaf - "Anchoreve" Handmade Beanies aus Düsseldorf

Kleine Materialkunde

Manchmal kommt es auf die Mischung an. Wer schon einmal einen Blick auf das Schildchen in einigen Mützen der Marke Anchoreve geworfen hat, kennt das Mischungsverhältnis.

98% Schurwolle (Merino) und 2% Acryl. Aber warum die beiden und warum in diesem Verhältnis?

Ein besonders weiches Schaf

Die Schurwolle in der Mütze stammt vom Merinoschaf, das eine ganz besonders weiche und feine Wolle trägt. Die Haare sind leicht und atmungsaktiv, was die Sommerhitze für die Schafe erträglich macht. Im Winter wächst den Merinoschafen eine Langhaarschicht, die sie gegen die Kälte wappnet. Außerdem besteht das Haar im Vlies der Schafe hauptsächlich aus Flaumhaar, das durch seine Feinheit und der gekräuselten Struktur zusätzlich dem Kälteschutz dient. Um diese Wolle kann man das Merinoschaf nur beneiden und so ist es kein Wunder, dass Merinowolle eine beliebte, hochwertige Faser für Kleidung ist.

Das Material wirkt, wie auch bei den Schafen selbst, temperaturregulierend, kühlt also im Sommer und wärmt im Winter und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt, indem es Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert und in Luftkammern speichert, ohne sich dabei klamm anzufühlen. Außerdem kratzt und stinkt Merinowolle nicht und muss deshalb selten gewaschen werden. Meistens reicht es aber sogar, das Kleidungsstück auszulüften. Merinowolle ist weniger leicht entflammbar als Kunstfaser und, wie alle Wollen, biologisch abbaubar.

Merinowolle ist wegen der schmerzhaften sogenannten „Mulesierung” in die Kritik geraten. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der die Haut um den Schwanz des Schafes ohne Betäubung entfernt wird, um es vor Fliegenbefall zu schützen. Denn in den Hautfalten um den Schwanz herrscht für Fliegen das optimale Klima und sie fressen sich von dort aus durch die Haut des Schafes. Es bekommt Entzündungen und stirbt häufig in Folge dessen. Da Schafe mit möglichst vielen Hautfalten auch möglichst viel Wolle liefern, werden sie jedoch so gezüchtet, dass sie viele dieser Falten haben und wiederrum leicht anfällig für Fliegenbefall sind. Bisher gibt es noch keine Methode zur Fliegenbekämpfung, die so effektiv ist wie die Mulesierung. Allerdings gibt es Alternativen, die absolut schmerzfrei sind und dem Schaf nicht schaden.

Anchoreve ist es wichtig, die Mulesierung nicht zu unterstützen und nicht dazu beizutragen, dass Merinoschafe diesem Leid ausgesetzt sind. Deshalb stammt die Merinowolle für Anchoreve von Langyarns, einem Wolllieferanten, der mulesing free Wolle in Australien produziert.


Eine Prise Acryl

Nun sind da noch diese ominösen 2% Acryl. Was machen die in den Anchoreve Mützen? In der ersten Materialfindungsphase hat Eva die Mützen aus 100% Merinowolle gestrickt und unter Familie und Freunden verteilt, um sie eine Saison Probetragen zu lassen. Schnell stellte sich heraus, dass die Mützen aus 100% Merinowolle zu schnell ausleiern und ein Material-Mix besser wäre. Außerdem ging der damalige Wolllieferant in die Insolvenz und so musste aus zweierlei Gründen ein neuer Wolllieferant gefunden werden. Die Wahl fiel auf Langyarns, die unter anderem einen Mix aus Merinowolle und Acryl (2%) anbieten. Acryl verhindert das Ausleiern und so zieht sich das Material immer wieder zusammen. Ein neuer Lieferant war nun gefunden, doch die Farben der Wolle waren nicht identisch mit den Farben des alten Anbieters. Und so musste die Produktgestaltung noch einmal von vorne anfangen. Die Farben wurden bestimmt, Wolle bestellt und gestrickt. Die fertigen Mützen wurden zur Probe tragen gelassen, Fotos wurden geschossen und online gestellt und schlussendlich wurden die Mützen verschickt. Aus diesem Optimierungsprozess ging noch eine weitere Neuerung hervor: Eva begann damit, die Maschen am unteren Rand, den sogenannten „Maschenanschlag” der Mütze, mit einem elastischen Anschlag, dem „altnorwegischen Anschlag”, zu nehmen. Dadurch wurden die Mützen noch weniger anfällig gegen das Ausleiern.

Manchmal braucht es ein paar Hürden (und 2% Acryl), um die perfekte Mütze zu finden.

 

(quelle:www.anchoreve.de)